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Zu zweit am Bike: Grundregeln und Tipps

24. September 2020

Nicht selten kommen Gäste unseres Motorradhotels am Reschenpass zu zweit an, besonders Paare oder gute Freunde leben die Bikeleidenschaft auch im Urlaub im Aktiv und Wellnesshotel ****Hotel Traube Post gern zusammen aus. Dabei erreichen sie uns nicht immer auf separaten Fahrzeugen, oft auch auf derselben Maschine! Fahren mit Beiwagen ist eine eigene Kunst, doch möchten wir Ihnen heute wertvolle Tipps geben, wie auch Sie Ihre/n Liebste/n oder Freunde sicher und bequem transportieren:

Das Motorrad

Wer glaubt, der Sozius (oder Sozia) könne sich beherzt aufschwingen und losbrausen, der irrt. Das zusätzliche Gewicht auf dem Hinterrad verändert vieles. Das Vorderrad steigt leichter, hat weniger Grip und Lenkgenauigkeit. Die Hinterradfederung muss erhebliche Mehrarbeit leisten und das Kurvenverhalten ändert sich. Deshalb muss das Bike für den Zweipersonenbetrieb umgestellt werden:

–          Die Hinterradfederung auf das höhere Gewicht einstellen. Dazu allein aufsitzen und Distanz vom Heck zum Boden messen. Nochmal dasselbe, aber mit Beifahrer. Das Federbein so einstellen, dass zu zweit ungefähr derselbe Abstand zum Boden besteht wie zuvor allein.

–          Den Reifendruck im Hinterrad auf zulässiges Maximum erhöhen. Reifendruck des Vorderrads ebenfalls erhöhen, was die Lenkung zumindest etwas reaktionsfreudiger macht.

–          Hinterradbremse ausgiebig überprüfen. Im Soziusbetrieb wird sie fast 80% mehr beansprucht, Beläge und Funktion müssen in Topzustand sein. Ebenso natürlich die Vorderradbremse, da man schon dabei ist. Zudem, falls bauartbedingt möglich, die Gabel härter einstellen.

–          Der Soziussitz sollte weich und bequem, die Fußrasten symmetrisch angeordnet und neben der Fahrertaille andere Haltemöglichkeiten vorhanden sein. Beifahren ist im Vergleich zum selbst Lenken recht gemütlich, sollte jedoch nicht zu Schmerzen oder unnötigen Gefahrensituationen führen.

Nicht zwingend, aber praktisch ist eine leistungsstarke Maschine. Viel zusätzliches Gewicht zwingt schwächere Motoren schnell in die Knie, besonders wenn Touren, wie im Motorradurlaub bei uns in Graun im Vinschgau, bergauf über Pässe führt.

Der Fahrer

Besonders wenn der Beifahrer selbst nicht Motorrad fährt, sollte sich der Fahrer Zeit nehmen und alles gut erklären. Ist man einmal in Bewegung, bleibt für Absprachen nicht viel Zeit, schon gar nicht in Gefahrensituationen. Seien Sie ein eingespieltes Team, bevor Sie überhaupt aufsitzen. Haben Sie keinen Helmfunk, benutzen Sie Klopfzeichen o.ä., z.B. 2x auf die Schulter des Fahrers klopfen heißt bald anhalten, Berühren des rechten Knies des Beifahrers heißt gleich wird beschleunigt usw.; Details können Sie selbst festlegen.

Außerdem zu beachten:

–          Der Beifahrer steigt erst auf, wenn der Fahrer mit beiden Füßen auf dem Boden und gezogener Vorderradbremse sein OK gibt.

–          Sanft anfahren, beschleunigen, schalten und bremsen. Hier zählen nicht Rekorde, sondern die Freuden einer Tour zu zweit.

–          Starke Beschleunigung oder Überholmanöver nur nach Absprache (Helmfunk oder Klopfzeichen). Vor Schlaglöchern, schlechtem Straßenbelag und Gefahren warnen.

–          Lange Strecken mit hoher Geschwindigkeit vermeiden, da der Fahrtwind die Nackenmuskulatur des Sozius je nach Bauart des Motorrads stärker beansprucht. Alternativ Windschutzscheibe nachrüsten.

–          Auch wenn beide Adrenalinjunkies sind, extreme Schräglagen und Überholmanöver vermeiden. Das Bike verhält sich zu zweit nicht immer so wie allein; halsbrecherische Kehren sind der falsche Ort, das herauszufinden.

–          Machen Sie öfter Pausen. Auch der bequemste Soziussitz strapaziert irgendwann den Allerwertesten.

–          Klären Sie Versicherungsdetails. Mancherorts haftet für Beifahrer dessen Unfallversicherung, anderswo nicht. Hoffentlich passiert nichts, aber sicher ist sicher.

Der Beifahrer

Auch das Beifahrersein erfordert mehr als Aufsitzen und Festhalten. Auch wenn der Fahrer sein Bike optimal beherrscht, können Unachtsamkeiten beide in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Sobald man aber einige grundlegende Dinge verinnerlicht, macht das Beifahren wirklich Spaß. Dazu gehören:

–          Locker und aufrecht sitzen (Brust raus), trotzdem etwas Körperspannung halten. So wird das Aneinanderschlagen der Helme beim Bremsen und Beschleunigen vermieden. So nah am Fahrer wie möglich sitzen ohne einzuengen.

–          Mit dem Fahrer mitgehen, sich wie ein einziger Körper bewegen. Der Schwerpunkt des Beifahrers muss so weit vorne wie möglich liegen. Keine Angst, das Bike wird in der Kurve nicht umkippen, der Fahrer weiß was er tut. Nie, wirklich niemals, in der Kurve aufrichten, auch nicht aus Panik! Die Fliehkräfte verändern sich dadurch unvorhersehbar.

–          Keine ungeplanten Bewegungen; wenn sich der Beifahrer strecken oder die Sitzposition verändern will, wird dies dem Fahrer mitgeteilt (Helmfunk oder Klopfzeichen) und nur auf gerader Strecke vollzogen. Ansonsten Füße immer auf den Fußrasten lassen.

–          Bei Bergfahrten oder Kurvenstrecken nach vorne schauen, Straßenverlauf beobachten und rechtzeitig auf Kurven einstellen. Bei Bergauffahrten am Fahrer festhalten, um Vor- und Zurückpendeln zu verhindern. Bei Talfahrten evtl. am Tank abstützen, um nicht mit vollem Gewicht auf dem Fahrer zu lasten.

–          In Rechtskurven über die rechte Fahrerschulter schauen, in Linkskurven dementsprechend über die linke.

Mit diesen Tipps steht einer Tandemfahrt auf dem Motorrad nichts mehr im Wege! Wenn Sie noch Tourentipps suchen, die Sie zu zweit unternehmen können, stehen wir vom Motorradhotel Traube Post am Reschenpass gern mit Rat und Tat zur Seite.

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