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Ausflugstipp ins Trentino: Durch das Valsugana-Tal auf die Kaiserjägerstraße

2. September 2020

Rund um unser Motorradhotel am Reschenpass finden begeisterte Biker, im Dreiländereck und darüber hinaus, eine Vielzahl von genialen Motorradrouten. Passstraßen so weit das Auge reicht, kurvenübersäte Strecken durch faszinierende Landschaft und genug ausladende Gerade, um auch einmal den Tacho in höchste Höhen singen zu lassen.

Auf zu neuen Abenteuern

Auch Südtirols Süden ist schon lange ein geflügeltes Wort in Motorradkreisen, besonders die genussvoll geschwungenen Dolomitenstraßen sind aus dem Repertoire an tollen Routen nicht mehr wegzudenken. Was allerdings, zu Unrecht finden wir, viel mehr Beachtung verdient, sind die Strecken unserer noch südlicheren Nachbarn, dem Trentino. Einige Geheimtipps warten nur darauf, von Ihnen auf Ihrem Stahlross beritten zu werden, und den ganz eigenen Charme der Region zu entdecken. Mit weniger Höhenmetern und etwas anderer Vegetation am Wegesrand, aber genauso vielen spaßigen, kehrenreichen und fordernden Bergstraßen ist besonders die Gegend um das Valsugana-Tal ein Fest für Fahrer und Bike.

Auf den Spuren der kaiserlichen Truppen

Hier finden Sie auch unseren absoluten Lieblings-Ausflugstipp ins Trentino: Die Kaiserjägerstraße. Unweit des Caldonazzosees in der Nähe der Provinzhauptstadt Trient führt sie vom Valsugana auf die Hochebene von Lavarone bzw. weiter zum Monterovere. Das Trentino war bis zum Ersten Weltkrieg Teil der Grafschaft Tirol und somit des österreichischen Kaiserreichs. Wie vielerorts an der österreichisch-italienischen Grenze gab es hier nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges einen erbitterten Stellungskrieg. Österreichische und italienische Soldaten verbarrikadierten sich hoch in den Bergen und beschossen einander Tag und Nacht. Eine Hauptfront verlief dabei durch diesen Teil des Trentino, genau durch die Hochebene von Lavarone.

Überbleibsel dieser Zeit sind die vielen kleinen Straßen, die zur Versorgung der Truppen in die Landschaft gehauen wurden. Die meisten dieser Sträßchen sind heutzutage aber in einem verlassenen, unzumutbaren Zustand und nicht wirklich befahrbar. Früher war auch die Kaiserjägerstrasse eher berüchtigt als berühmt, da sie zum Teil sehr eng, teilweise einspurig und mit furchtbarem Straßenbelag ausgestattet war. Damals galt sie als wirklicher Geheimtipp, da sich, wenn man dem örtlichen Volksmund glauben will, nur Abenteurer mit Hang zu halsbrecherischer Gefahr die Strecke zutrauten. Im Jahr 2004/05 wurde die Straße aufwändig ausgebaut, was die Legende der todesmutigen Bezwingung etwas gedämpft hat.

Geschadet hat ihr das nicht, denn jetzt können auch weniger waghalsige Fahrer in den Genuss dieser wunderbaren Strecke kommen. Einspurig und unübersichtlich ist sie im oberen Teil immer noch, was zumindest ein bisschen Nervenkitzel aufrechterhält. Auch die grob in den Felsen gehauenen Naturtunnel versprühen immer noch denselben urigen Charakter, wie es der ursprüngliche Steig wahrscheinlich zu Kriegszeiten tat.

Worauf warten Sie noch? Auf zum Kaiserjägerweg!

Dass die Straße außerhalb der örtlichen Motorradszene eher unbekannt ist (zumindest im Vergleich zum Beispiel zum Stilfser Joch oder den Dolomitenpässen), liegt zum einen daran, dass der Übergang Monterovere etwas unscheinbar und bis auf ein einzelnes Gasthaus touristisch nicht erschlossen ist. Zum anderen ist ein Ruf als Witwenmacher schlecht loszuwerden, wenn er erst einmal im Volksmund angekommen ist. Aber keine Angst: inzwischen ist sie gut gesichert und bis auf einige wenige Stellen für geübte Fahrer mit gutem Gewissen befahrbar.

Fazit: Die Kaiserjägerstraße ist eines der Glanzstücke des Trentino. Sie ist zwar „nur“ 11 km lang, überwindet dabei aber in acht Kehren, mehreren Tunnels und haarscharf an der Bergkante gezogenen Straßenabschnitten knapp 1000 Höhenmeter und bietet somit zum einen eine ordentliche Prüfung Ihres fahrerischen Könnens auf Bergstrecken, zum anderen einen Ausblick auf den Caldonazzo-See und die Talsohle, der begeistert und den Atem raubt. Unbedingt fahren!

Kaiserjägerstraße: Die Fakten

Start: Unweit von Levico Terme (nahe Trient)

Ende: Hochebene von Lavarone/Vezzena

Länge: 12 km

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer; Erfahrung auf unübersichtlichen Bergstraßen mit teils schlechtem Belag vonnöten

Tipp: Es gibt am Ziel Unmengen an historischen Zeugnissen des Ersten Weltkriegs, u.a. alte Festungen, Gräben und Kriegsdenkmäler zu bestaunen. Außerdem: Die Hochebene ist berühmt für ihre Milchwirtschaft und lokale Produkte können verkostet und erworben werden, allen voran der berühmte Asiago-Käse. Es kann sogar eine Kuh „adoptiert“ werden, d.h. man erhält Produkte aus ihrer Milch, verspricht dafür aber sie im Sommer auf der Almweide zu besuchen.

Die Anfahrt zur Kaiserjägerstraße ist denkbar einfach: Von unserem Aktiv und Wellnesshotel **** Traube Post aus durch den Vinschgau bis nach Bozen, von dort der Beschilderung Richtung Trient folgend bis zur Abzweigung Levico Terme, wo sich ein Boxenstopp anbietet. Dann entlang des Caldonazzo-Sees durch das Valsugana-Tal bis zum Startpunkt der Kaiserjägerstraße. Rückweg über dieselbe Strecke oder die sieben Gemeinden der Hochebene nach Rovereto und zurück nach Trient.

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